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Vogelfütterung im Winter mit gutem Futter und Hygiene

Dezember 1, 2010  |  Wildvögel  |  Share  | 

Vogelfütterung im Winter ist für viele Menschen Herzensangelegenheit. Aber für eine artgerechte Vogelfütterung im Winter sind einige Punkte zu beachten. Hier sind alle Fakten zu den Inhaltsstoffen, zu Ambrosia,  dem Futterplatz, der Art der Fütterung und vieles mehr gesammelt.


Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel

table of content

Punkte 1 bis 4

Punkte 5 bis 13

1. Vogelfutter – Grundsätzliches 5. AMBROSIA Reinheitszertifikat
1. 1 Survival Of The Best 5.1 Beifuß- | Ambrosiasamen
1.2 Vogelfütterung PRO & CONTRA a. Verlässliche Beschaffung
2. Der Futterplatz b. Vogelfutter sieben
2.1 Anforderungen Wildvögel 6. Geeignetes Vogelhaus
3. Das Wildvogelfutter 7. Zeitpunkt der Fütterung
3.1 Weichfutter- & Körnerfresser 8. Hygiene am Futterhaus
3.2 Narhungsanspruch Wildvögel 9. Fütterung gestalten
3.3 Ausnahmen 9.1 Wildvogelarten
4. Wildvogelfutter Inhalt 9.2 Tauben am Futterhaus
4.1 TrockenZusammensetzung 9.3 Maus am Futterhaus
4.2 Meisenknödel 10. Die Dominanz der Amseln
4.3 Meisenknödel selber machen 11. Galerie
4.4 Früchte & Beeren 12. Links zu diesem Artikel
13. facebook Twitter WIKIO Rating

1. Vogelfütterung im Winter – Grundsätzliches

Um die Vogelfütterung entbrennt jedes Jahr aufs Neue eine Diskussion. Die Parteien teilen sich in die Befürworter und die Gegner. Das Thema wird so heftig diskutiert, dass sich, ebenfalls jedes Jahr, verschiedene namhafte Naturschutzorganisaitonen quasi in die Haare geraten. Wir werfen daher einen Blick auf die Vogelforschung, die uns die Antwort auf die Frage geben wird, ob Vogelfütterung im Winter sinnvoll ist und wenn ja, wie wir das tun sollten.

1.1 Survival Of The Best

Viele Naturschutzorganisationen stellen sich auf den Standtpunkt, dass Wildvögel im Winter nicht zusätzlich gefüttert werden sollten unter dem Hinweis: Survival Of The Best!

Gleichzeitig steht so eine Haltung im Widerspruch zu den grundsätzlichen Leitlinien dieser Naturschutzorganisationen, wie ich finde. Denn während teilweise millionenschwere Kampagnen für den Artenschutz gestemmt werden, nicht selten in Zusammenarbeit und unter Bezuschussung des Staates, soll das also für die Wildvögel nicht gelten.

Dieselben Naturschutzorganisationen, die sich gegen eine Fütterung im Winter von Wildvögeln aussprechen, beteiligen sich dann aber doch an Maßnahmen, die zum Beispiel der Arterhaltung und dem Schutz des Gartenrotschwanzes dienen, der übrigens zum Vogel des Jahres 2011 ernannt wurde und müssen sich darüber hinaus da mit auseinander setzen, dass der ganz gewöhnliche Spatz bereits auf der Roten Liste der Bedrohten Tierarten steht. So viel also mal zu Grundsätzlichkeiten und Ausnahmen, die davon gemacht werden sollen , mit der sich ein Tierfreund auseinander setzen muss, wenn er sich über Artenschutz informiert.

1.2 Vogelfütterung im Winter ↔ PRO & CONTRA

Befürworter

Durch die Eingriffe in die Natur durch den Menschen, die vielen Monokulturen beispielsweise, ist der Lebensraum der Wildvögel bereits stark eingeschränkt. Die Landwirtschaft in Deutschland eliminiert großflächig die natürlichen Lebensräume und so mit auch die Nahrungsquellen der Wildvögel, was natürlich auch dann im Winter Auswirkungen hat.

Als ein Beispiel seien hier einmal Hecken und Strauchwerk genannt, die in früheren Jahrhunderten großflächig die Ackerhaine begrenzten und Lebensraum und Brutgelegenheiten für Spatzen boten. Durch das konsequente Entfernen dieser Hecken, um einerseits auch den letzten Quadratmeter landwirtschaftlich zu nutzen und andererseits mit landwirtschaftlichen Maschinen schneller und effektiver arbeiten zu können, steht der gewöhnliche Hausspatz bereits auf der Roten Liste.

Gegner

Gegner der Wildvogelfütterung führen an, dass es sich da bei um einen Eingriff in unser Ökologisches System handelt und man eben die  Gesetzmäßigkeiten von Survival Of The Best ad absurdum führt.

Und das darüber hinaus Vögel oftmals nicht artgerecht gefüttert werden und das Vogelfutter von minderer Qualität sei, was den Vögeln letztendlich sowieso den sicheren Tod brächte.

Es gilt also beides, die artgerechte Fütterung und die  Qualität des Vogelfutters zu betrachten, was wir in diesem Artikel tun wollen.

Landwirtschaft Monokultur ohne Hecken

Monokultur


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2. Der Futterplatz

Die Frage des Futterplatzes ist oftmals entscheidend, und zwar sowohl für den Tierfreund als auch für die Wildvögel. Wildvögel haben sich bis zu einem gewissen Grad an unsere Zivlisation angepasst, dennoch bleiben es immer auch Wildtiere, die bei der Nahrungssuche, wenn sie zum Beispiel am Boden statt findet, ihren Fressfeinden ausgeliefert sind.

Der Vogelfreund hingegen möchte natürlich einen Ort auf seinem Grundstück wählen, der es ihm, der Familie oder auch den Kindern ermöglicht, die Vögel am Futterhaus zu beobachten. Nicht immer gehen diese beiden Ansprüche Hand in Hand.

Zwar nehmen Meisen beispielsweise auch schon mal das Futterhaus, wenn es vor dem Haus in der Nähe einer Garage angebracht ist, aber sehr viele Wildvögel tun das nicht oder nur in höchster Not, weil die ihnen angeborene Scheu zu groß ist. Die jenigen, die es doch tun, werden bei der Nahrungsaufnahme ständig gestört, weil sie bei Passanten oder vorbei fahrenden Autos aufgeschreckt werden. Ein Vogelhaus im Vorgarten ist also nicht die ideale Lösung.

2.1 Anforderungen an den Futterplatz für Wildvögel

Wie schon vorher erwähnt, sind Vögel beim Suchen nach Nahrung am Boden ihren Fressfeinden ausgeliefert. Daher fühlen Vögel sich an Futterstellen, die auf größeren offenen Fläche liegen, nicht unbedingt wohl. Sie benötigen einen gewissen äußeren Schutz. Dabei kann es sich um eine Hecke handeln, um ein paar Bäume in der Nähe, um einen hohen Gartenzaun oder ähnliches; vielleicht um ein in der Nähe stehendes Gartenhaus.

Am besten ist eine Kombination aus diesen Dingen.


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3. Das Vogelfutter

Die Wahl des geeigneten Vogelfutters oder eben die Qualität herkömmlicher Vogelfutter ist eines der Argumente gegen die Wildvogelfütterung, die Gegner in dieser Diskussion anführen, und das mit Recht.

Bei Vogelfutter aus dem Supermarkt handelt es sich um billige, in Mengen verfügbare Ware, die in ihrer Zusammensetzung und ihrer Qualität nicht immer gut ist. Darüber hinaus ist aber auch das Vogelfutter aus dem oft umschriebenen Fachhandel zu differenzieren. Wenn mit Fachhandel in erster Linie große Ketten mit Shops für Tierbedarf gemeint ist, dann muss durchaus ein kritischer  Blick auf die Qualität des Futtermittels geworfen werden. Fachhandel ist nicht gleich Qualität. Daher werfen wir hier einen Blick auf die Ansprüche, die an Vogelfutter gestellt werden müssen.

3.1 Die Weichfutterfresser und die Körnerfresser

Grob kann man die Wildvögel, die unsere Futterstellen besuchen, in Gruppen einteilen. Die einen bevorzugen weiches Futter, die anderen geben Körnern den Vorzug. Weichfutterfresser sind die jenigen, die für den Rest des Jahres tierische Koste bevorzugen, also auf Insektenfang gehen und andere Getier sammeln. Weichfutterfresser sammeln ihre Nahrung hauptsächlich am Boden.

Körnerfresser haben einen kräftigeren Schnabel, suchen ihre Nahrung auch in Bäumen, Gesträuch und Hecken; sie sind auf die am Boden liegende Nahrung nicht unbedingt angewiesen.

3.2  Wildvogelarten nach Nahrungsanspruch

Typische Weichfutterfresser

  • Amsel
  • Drossel
  • Star
  • Zaunkönig
  • Kleiber
  • Specht
  • Rotkehlchen

Typische Körnerfresser

  • Meisen
  • Gimpel
  • Spatz
  • Finken
  • Kernbeißer
  • Stieglitz

3.3 Ausnahmen

Eine Ausnahme bei innerhalb oben genannter Kategorisierung stellen Meisen, Spechte und Kleiber dar. Normalerweise sind sie über den Rest des Jahres Weichfutterfresser und ernähren sich dann von Früchten, Insekten und Weichtieren.

Im Winter stellen sie allerdings ihre Nahrung um und ernähren sich von Körnern.


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4. Die Ansprüche der Wildvögel an das Futter

Die Ansprüche an die Zusammensetzung des Futters sind, je nach Körnerfresser und Weichfutterfresser, unterschiedlich. Einmal natürlich vom Inhalt und andererseits auch von den Anteilen verschiedener Samen, Körner und sonstiger Zusätze im Wildvogelfutter.

4.1 TrockenZusammensetzung des Wildvogelfutters

Zusammensetzung Weichfutterfresser

  • Sonnenblumenkerne
  • Hanf
  • Weizen

Zusammensetzung Körnerfresser

  • 8 Teile Sonnenblumenkerne
  • 3 Teile Hanf
  • große Sämereien (Lein, Salat, Getreide)

4.2 Meisenknödel (Ersatz für tierische Kost)

Meisenknödel werden nicht ausschließlich nur von Meisen angenommen, sondern mindestens von allen Weichfutterfressern. Sie stellen eine Alternative für Insekten und Weichtiere dar, die die Vögel im Winter nicht finden.

Man kann auch Fettfutter dazu sagen, obwohl umgangssprachlich oft auch Flocken als Fettfutter bezeichnet werden.

4.3 Fettfutter Meisenknödel selber machen

Wer nicht auf die Meisenknödel im Supermarkt zurück greifen will, kann sie natürlich auch selber machen. Folgende Zusammensetzung ist optimal: 1 Teil Rinder- oder Hammeltalg + 2 Teile Körnermischung. Da Meisenknödel für Weichfutterfresser gedacht sind, sollte die Körnermischung aus unter Punkt 4.1 genannten Körnern bestehen.

4.4 Früchte und Beeren für Weichfutterfresser

Zusätzlich zu den Körnermischungen kann Obst ausgelegt werden. Dazu gehören Äpfel und Birnen. Wichtig ist, dass das Obst immer frisch gegeben wird und weniger ist oft mehr. Will heißen, ein oder zwei Spalten vom Apfel oder von der Birne täglich sind ausreichend.

Sieh nach, ob die Vögel, die in deinen Garten kommen, dieses Angebot auch annehmen. Wenn nicht, dann lohnt auch das Ausbringen dieser Früchte nichts. Sie verfaulen nur in der Nässe des Winters, sind anschließend gefroren und dann werden sie von den Vögeln ohnehin nicht mehr angenommen.

Es gibt im Handel sogenannte Apfelhäuschen, die hübsch anzusehen sind, aber hier gilt das vorgenannte. Wenn das Obst zu verfaulen beginnt, nehmen sie die Vögel nicht mehr an. Wenn Wildvögel zu Obst tendieren, dann sieht man häufig Amseln, die sich daran zu schaffen machen, genau so, wie Amseln auch das übriggebliebene Fallobst vertilgen.

Die angepickten Obstspalten müssen regelmäßig entfernt werden.

 


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5. Reinheitszertifikat für das Futter Ambrosia

Wenn es sich um einen guten Vogelfutterhersteller handelt, ist das Vogelfutter gereinigt, und zwar mehrfach.  Vielfach enthält Vogelfutter auch den Hinweis, es sei Abrosia-Kontrolliert. Immer wieder stellt das Verbraucherministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz fest, dass dieser Hinweis auf den Verpackungen von den Herstellern nicht verlässlich ist.

5.1 Beifuß Ambrosia Samen verunreinigt das Futter und führt zu Allergien beim Menschen

Ambrosia Samen im Wildvogelfutter

Ambrosia Samen

Ambrosia gehört in Europa zu den sogenannten Neophyten. Zwar nicht nur, aber doch in sehr großem Maße, wird dieser Samen in Lieferungen von Sonnenblumenkernen beispielsweise von Schiffen und Flugzeugen in Europa eingeschleppt. Die Vögel sortieren diese Samen aus und diese verbleiben im Garten, wo sie im nächsten Frühjahr zu keimen beginnen.

Der Pollen und der Blütenstand der Pflanze sich hochgradig allergieauslösend beim Menschen. Aber auch die Pflanze selbst kann sehr unangenehm sein. Als ich vor Jahren die Jungpflanzen von Ambrosia, die im Frühjahr keimten, entfernte und mir dabei durch die Augen rieb, war das sehr unangenehm und brannte sehr stark.

Aus diesem Grund engt sich der Kreis der Fachhandel, von dem man sein Vogelfutter beziehen sollte, von selbst ein. Auf den Zoohandel ist kein Verlass; er ist darauf angewiesen, was die Vogelfutterhersteller liefern und um im Preis konkurrenzfähig zu sein, wird leider allzuoft verunreinigtes Vogelfutter angeboten.

a.) Verlässliche Beschaffungswege gibt es nur zwei:

    1. In Mühlen oder im Futtermittelhandel, wie er privat oder auch von der Genossenschaft betrieben wird. Hier kann man außerdem sicher sein, dass die Zusammensetzung der Körnermischungen den Ansprüchen unserer einheimischen Wildvögel genügt.
      Futtermischungen im Zoohandel, sofern der Hersteller sich von einer Naturschutzorganisation zertifizieren lässt. Diese Futtermittel sind gesondert gekennzeichnet, beispielsweise durch das Siegel des NABU oder auch andere.
  1. b.) Das Vogelfutter selber sieben

    Eine Vorgehensweise, die auch vom Verbraucherministerium empfohlen wird. Ein herkömmlicher Haushaltsdurchschlag mit einem Lochdurchmesser von 4 mm ist ausreichend, um die Ambrosiasamen, die sich im Wildvogelfutter befinden können, auszusieben. Oder eben wie vorgenannt das Vogelfutter gleich ambrosiafrei oder zertifiziert kaufen.

    Ambrosiasamen und auch im Frühjahr die Jungpflanzen müssen in der Mülltonne entsorgt werden. Sie gehören auf keinen Fall auf den Komposthaufen oder in den Biomüll. Darauf machen jährlich die Medien, wie Fernsehen und Zeitungen immer wieder aufmerksam.

6. Das geeignete Vogelhaus oder die Futterstelle

Hier scheiden sich die Geister und auch die Zubehörindustrie möchte ein gewichtiges Wort mitsprechen und gut daran verdienen. Und ein sehr, sehr teures Vogelhaus schmückt ja auch jeden Garten. Aber ist das denn auch das, was die Vögel wollen?

Mache einen Test und sieh dich um in deiner Nachbarschaft. Vergleiche die Anzahl der Vögel an der Futterstelle und schau dir an, was deine Nachbarn für Futterstellen vorbereitet haben. Es werden sich dort die meisten Wildvögel einfinden, wo die Tiere relativ gesicherten Zugang zum Futter haben und sich vor ihren Fressfeinden in Sicherheit wähnen. Eine Ausnahme mögen Meisen sein, die ja auch in Meisenkästen nisten, aber dort fangen sie eben nicht ihre Beute und suchen ihre Körner…

Vögel generell gehören zum Wildlife, sie haben Fressfeinde und wohnen im Allgemeinen zwar in Hecken oder auf hohen Bäumen, aber sie bevorzugen nicht unbedingt ein festes Dach über dem Kopf.  Aus diesem  Grund vermeiden sie es, IN ein Vogelhaus zu gehen wenn sie andere Alternativen in ihrem Territorium finden, die ihnen einen artgerechteren Zugang zum Futter ermöglichen.

Wenn also den Wildvögeln eine Futterstelle angeboten wird, die zwar geschützt aber dennoch offen zugänglich ist, werden sie das bevorzugen.


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7. Der Zeitpunkt der Fütterung

Die meisten Fachleute raten zur Streufütterung, weil das für die Vögel am artgerechtesten ist. Aber es birgt natürlich auch Tücken in sich. Wenn das Streufutter zu lange in der Nässe liegt, weicht es auf, die Vögel nehmen es trotzdem auf, wenn sie großen Hunger haben und das Futter quillt im Magen der Tiere auf. Diese Methode richtet also mehr Schaden an als das sie nutzt, wenn man nicht gewährleisten kann, dass man nur die Menge an  Vogelfutter ausbringt, die von der Schar auch täglich aufgenommen wird.

Will man wirklich persönlich jeden Tag füttern, dann sind die Stunden im Morgengrauen geignet, die Mittagszeit und der winterliche Nachmittag, wenn bereits leichte Dämmerung einsetzt. Zu diesen drei Zeiten finden sich die Vögel auf der Nahrungssuche ein.


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8. Hygiene am Futterhaus

Hygiene am, im und um die Futterstelle ist extrem wichtig. Nasses Futter muss entfernt werden, die geknackten Samenhülsen der Sonnenblumenkerne entfernt, ebenso die Reste von Früchten und Beeren.

Wenn das Futter auf den Boden gestreut wird, dann besteht natürlich die Gefahr, dass die Vögel ihr eigenes Futter verunreinigen, was zu Krankheiten in der Population führen kann, wenn andere Vögel davon Futter aufnehmen.

Das Futter für die jenigen Vögel, die ihre Körner am Boden aufnehmen, sollte nicht direkt unter dem Futterhaus liegen, sondern deutlich daneben verstreut werden. Sonst verunreinigen die oben sitzenden  Vögel das Futter für ihre unten pickenden Genossen.

Wir haben uns für den simplen Silo entschieden, der es den Vögel ermöglicht, ordentlich auf dem Rand zu hocken und wenn sie ihre HInterlassenschaft unten sich klecksen, wird das Futter und auch das Haus nicht verunreinigt.

Das Haus ist aus Kunststoff, so kann es regelmäßig abgewaschen werden; auch das Dach kann gereinigt werden. Diese Häuser kosten nicht sehr viel, sehen natürlich nicht so attraktiv aus wie ein Holzhaus, und werden im Laufe des Winters ein bißchen blind, was den transparenten Kunststoff des Futtersilos betrifft. Erstens macht es den Vögeln nichts und zweitens kann im nächsten Jahr ein neues gekauft werden, wenn die Optik in diesem Punkt für jemanden so wichtig ist.


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9. Wie kann ich die Fütterung und Futterstelle gestalten?

Neben vielen Versuchen in den letzten Jahren haben wir die beste Erfahrung mit einem Futtersilo gemacht, in dem das Körnerfutter absolut trocken bleibt und nur bei starkem Schlagregen oder Schneesturm ein wenig von der Nässe in die untere Futterschale gerät. Das wäre aber bei jedem anderen Vogelhaus auch der Fall. Wir machen es früh am Morgen sauber und trocken und füttern dann neu.

Gleichzeitig bringen wir für die Spatzen eine Handvoll Futter auf den Boden, weil sie das bevorzugen. Gleichzeitig verhindert man so auch die Dominanz der Amseln und Drosseln, die ansonsten andere Wildvögel wie Meisen vom Futterhaus verdrängen mit ihrer Agressivität. Natürlich bekommen die Vögel am Boden auch ein paar frische Nüsse oder Nussbruch. Auch ein paar Rosinen geben wir sowohl in das Vogelfutter als auch auf den Boden, allerdings sollen sie ungeschwefelt sein.

Wir lassen jedes Jahr einen Haufen Laub am Zaun liegen, den wir stellenweise vom Schnee befreien. Darin suchen die Amseln und Drosseln auch nach Essbarem. Zusätzlich gibt es eine Spalte Apfel oder Birne. Außerdem überwintern einige Insekten in dem Laubhaufen.

Dem Vogelfutter aus dem Fachhandel mischen wir noch ein paar zusätzliche Nüsse bei und ungeschwefelte Rosinen, aber nicht zu viele.

Das Futtersilo haben wir frei in Augenhöhe in einen Kirschbaum gehängt an einer Stelle, die von einem Gartenhaus, einem Zaun in der Nähe und einer Hecke gesäumt ist.

9.1 Folgende Vögel haben sich dieses Jahr bei uns eingefunden:

Haubenmeisen, Kohlmeisen, Tannenmeisen, 3 Kleiber, 5 Dompfaff/Gimpelpärchen, 1 Eichelhäher, Eine Schar zänkischer Grünfinken, Sperlinge/Spatzen, Amseln, Drosseln, 1 Rotkehlchen, Buchfinken.

Diese Vielfalt hat sich erst eingestellt, als wir die versuchten, die den Futteransprüchen der verschiedenen Vogelarten gerechter zu werden was den Futterinhalt betrifft, die Gestaltung des Futterplatzes usw.

9.2 Tauben am Futterhaus:

Selbstverständlich kommen auch Tauben ans Futterhaus oder suchen den umliegenden Boden nach Eßbarem ab. Gern gesehen sind sie nicht unbedingt; erstens sind es große Vögel, die einen gesunden Appetit haben und schon mal die Mahlzeit einer ganzen Kleinvogelschar wegpicken. Andererseits sauen sie den Garten ein wie es nicht mal ein ganzer Schwarm Sperlinge macht. Grundsätzlich ist es aber so, dass ich denke, dass man gewisse Tiere nicht ausklammern sollte vom Tierschutzgedanken.

Ich habe ganz gute Erfahrungen da mit gemacht, dass ich der einen Taube, die uns jährlich beehrt jeden Tag ein paar Körner und ein oder zwei Nüsse auf das Dach unseres Gartenhauses werfe. Seitdem holt sie sich dort ihren Anteil und kommt nicht mehr auf den Gartenboden. Interessanterweise bleibt die Taube auf dem Dach des Gartenhauses, so lange unten am Boden keine Rosinen gestreut werden. Wenn das der Fall ist, kommt die Taube in den Garten und auch ein Elster. Das ist in so fern ein Problem, als dass diese beiden in ein paar Minuten die ganze Ration Rosinen vertilgen und der Rest kann sehen wo er bleibt.

Wer hier für selber eine Lösung gefunden hat, darf sie gerne hier als Kommentar hinterlassen.

9.3 Jonny Maus(er) am Futterhaus:

Jonny Mauser, der Chef der ortsansässigen Mäusedynastie, klettert des  Nachts in den Kirschbaum und erklimmt  den Rand der Futterschale um seinen Teil zu holen. Man kann das nicht verhindern, Mäuse sind sehr gute Kletterer.  Zwar könnte man eine Mausefalle aufstellen, aber dann wird statt Jonny Mauser ein anderer seiner zahlreichen Verwandten den Garten aufsuchen und sich seinen Teil sichern.


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10. Die leidigen Amseln und ihre Dominanz

Das Thema haben wir erledigt, in dem der Futtersilo frei an einem Ast schwingt, und zwar so, dass Amseln nicht in der Nähe landen können. Auf diese  Weise verhindern wir, dass die Amseln die anderen kleineren Vögel vertreiben. Das Futterhaus muss weit genug von einem erreichbaren Ast hängen. Ich habe schon beobachtet, dass auch Amseln sich wie ein Falke versuchen und vor einer Futteröffnung rütteln, zumindest wenn sie nur ein paar Zentimeter überbrücken müssen, um an das Futter zu kommen.

Die Amseln suchen sich ihr Futter jetzt auf dem Boden, zusammen mit den Finken, Spatzen und dem Rotkehlchen, wo wir für sie und für alle anderen auch Körner und Obst und ein paar Nüsschen und Rosinen streuen.


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11. Galerie

Galerie mit Fotos, die alle Unterpunkte dieses Artikels illustrieren.

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12. Weiterführende Links zu diesem Artikel

Hier findest du interessante oder wichtige Links zum Thema dieses Artikels sowie Quellennachweise.

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